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Ausstellung "Für Deutschland. Gegen Hitler. (2)"

Das NKFD im Westen

Entsprechend den konkreten Bedingungen in Frankreich formierten sich im Sommer 1943 deutsche Hitlergegner zur Bewegung "Freies Deutschland" für den Westen (BFDW). Nach der Befreiung großer Teile Frankreichs konnte das Komitee (KFDW) ab September 1944 legal als offiziell registriertes Comité Allemagne Libre Pour l´Ouest (CALPO) wirken. Die Ausstellung spannt den Bogen dieser Entwicklung vom Gründungsaufruf bis zur Auflösung des Komitees im September 1945.
Herausgestellt wird die Zusammensetzung der Bewegung aus verschiedenen sozialen Schichten und politisch und weltanschaulich unterschiedlichen Richtungen, für deren Wirken die angeführte Flugschrift "Deutschland muss leben" mit einem Holzschnitt von Hanns Kralik symbolisch für ihre Ziele sind.

Deckblatt einer Flugschrift mit einem Holzschnitt von Hanns Kralik

Dokumentiert wird auch die Zusammenarbeit und Unterstützung durch die französische Résistance, die die BFDW offiziell als Teil der Résistance akzeptierte. Zahlreiche Zeitungen, Flugblätter, Streu- und Klebezettel, Ausweise, Dokumente und Fotos vermitteln ein Bild von der Vielfältigkeit der Propagandaarbeit der BFDW. In der Wehrmacht bestanden illegal so-genannte Wehrmachtsgruppen. Ihre Aktivitäten umfassten die Sammlung von Informationen, die Verbindung zur Résistance, die Verteilung von Propagandamaterial, Sabotage und Waffenbeschaffung.
Insbesondere werden das Wirken des Komitees an verschiedenen Abschnitten dargestellt: in Partisanengruppen, in so-genannten Wehrmachtsgruppen, später dann als Frontbeauftragte und Lagerbevollmächtigte. Ihre Mitglieder beteiligen sich aktiv an der Befreiung französischer Städte, fordern - z.B. wie Harald Hauser in Paris - die deutschen Truppen zur Kapitulation auf, setzen ab Sommer 1944 antifaschistische Rundfunk-Propaganda, und wie im Frontabschnitt Lorient-St. Nazaires, Flugblätter und Lautsprechersendungen ein.

Flugblatt des NKFDW für Paris

Die Ausstellung informiert auch über die organisatorische Struktur des KFDW, in der auch eine Militärkommission wirkte. Über diese Kommission, die zunächst von Max Brings, dann von Heinz Priess geleitet wurde, gab es auch Kontakte zum amerikanischen Geheimdienst über Fallschirmeinsätze in Deutschland. In mehr als 25 Städten bestanden Lokalkomitees, in fast allen Gebieten bis Oktober 1944 Orts- bzw. Regionalkomitees. Bilder, Ausweise und andere Dokumente belegen, wie die BFDW ihre politische Arbeit unter den Kriegsgefangenen systematisch organisierte.
In verschiedenen Lagern und Lazaretten entstanden Gruppen und Ausschüsse der BFDW, in Le Vernet schlossen sich im Januar 1945 Offiziere zu einer Gruppe des "Bundes Deutscher Offiziere" in Frankreich zusammen. Allerdings wurden die Bedingungen für die Tätigkeit des KFDW seit Anfang 1945 immer komplizierter, am 5. August1945 fand die letzte Delegiertenkonferenz in Paris statt, im September löste sich das KFDW auf.

Gedenkstätte im Lager Le Vernet

Das Komitee "Freies Deutschland" für den Westen in Frankreich war auch das politisch-organisatorische Zentrum für Belgien und Luxemburg gewesen, deren Landeskomitees hatten den Status von Landesdelegationen. Sie unterstanden direkt dem Pariser KFDW, ihre Delegierten gehörten diesem an. Eine Bescheinigung der Nationalleitung der belgischen Unabhängigkeitsfront für Karl Kaufmann zeigt, dass das Mitglied des Komitees "Freies Deutschland" in Belgien in enger Verbindung mit der Unabhängigkeitsfront gearbeitet hat.

Die Bewegung "Freies Deutschland" weltweit

Ein weiterer Teil der Ausstellung dokumentiert die jeweilige Entwicklung der Bewegung "Freies Deutschland" in Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Jugoslawien, Griechenland, Albanien und Italien sowie in Lateinamerika und den USA.

Aufruf in der skandinavischen Zeitung "Deutsche Nachrichten"

"Freie Tribühne" - Großbritannien - Okt. 1943

Es wird auf die Breite und Vielfalt der Hitlergegner, ihr Ringen um Akzeptanz und den jeweiligen spezifischen Beitrag der Mitglieder der Bewegung "Freies Deutschland" mit entsprechenden Dokumenten, Fotos, Flugblättern und Aufrufen zur Beendigung des Krieges eingegangen.
Anhand aussagekräftiger Materialien werden gemeinsame Aktivitäten in den Reihen der Partisanenbewegung in Südosteuropa dargestellt.

Am Beispiel von Zeitschriften- und Zeitungsköpfen wird die umfangreiche publizistische Antikriegspropaganda in den einzelnen Ländern aufgezeigt. Künstlerische Arbeiten belegen, wie mit den Mitteln der bildenden Kunst und des politischen Theaters gegen Faschismus und Krieg im Sinne des NKFD Partei ergriffen wurde.

"The German American" - Artikel von Heinrich Mann - USA Juni 1942