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Gerhard Dengler:

Als Zeitzeuge für das NKFD in den alten Bundesländern

Durch mein Auftreten in der ZDF-Fernsehserie "Soldaten für Hitler" im Teil V "Widerstand", wo ich meine Kapitulation in Stalingrad und meinen späten Beitritt zur Bewegung »Freies Deutschland« sehr ausführlich geschildert habe, wurde man in Bonn auf mich aufmerksam, wo gerade die Vorbereitungen zur Ausstellung "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht" im vollem Gange waren. Man bot mich, an einer Podiumsdiskussion im Rahmen dieser Ausstellung teilzunehmen.

Eine solche Möglichkeit, in einem größeren Rahmen über meine Erlebnisse in Stalingrad und mein späteres Mitwirken im »Nationalkomitee Freies Deutschland« berichten zu können, ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Am 15. Oktober 1998 fand dann diese Veranstaltung in der Bonner Beethovenhalle statt. Es gab dort nach den Ausführungen der Teilnehmer an der Podiumsdiskussion eine sehr lebhafte bis hitzige Diskussion, wobei sich besonders die wütenden Gegner dieser Ausstellung zu Wart meldeten.

Von ihnen wurden dann wieder die alten Märchen über das NKFD und seine Mitglieder aufgewärmt, die bis zu der Lüge reichten, die Mitglieder des NKFD hätten im Rahmen der "Seydlitz-Armee" als Deutsche auf Deutsche geschossen. Hier traten noch einmal solche unverbesserlichen Militaristen auf, die wir schon in den verschiedenen Kriegsgefangenenlagern erlebt hatten, wo sie immer noch an den "Endsieg Hitlers" glaubten, als schon die Truppen der Alliierten auf deutschem Boden kämpften.

Aber das gab mir erneut Gelegenheit, sehr ausführlich über das Entstehen des NKFD und seine umfangreiche Tätigkeit sowohl in der Sowjetunion wie an den verschiedenen Fronten zu berichten. Völlig unbekannt war den meisten die Tatsache, dass es nicht nur in der Sowjetunion, sondern überall, wo es Deutsche im Widerstand gegen das Hitlerregime gab, Nationalkomitees gegeben hat.

 

Dieser völlige Kenntnismangel unterstreicht die große Bedeutung unserer Ausstellung "Die weltweite Bewegung Freies Deutschland". Mein aktives Auftreten in Bonn war dann der Anstoß dazu, dass mich auch die Veranstalter dieser Ausstellung in Hamburg zu einer der im Begleitprogramm ausgewiesenen Veranstaltung einluden.

Durch eine sehr intensive Werbung war die Diskussion, die am 29. Juni stattfand, so überfüllt, dass man den Einlass sperren musste. Für mich bedeutsam war die Tatsache, dass auch mehrere Angehörige der Familie des Generals von Seydlitz daran teilnahmen und mich nach der Veranstaltung sehr herzlich begrüßten. Auch in Hamburg stieß ich wieder auf viel Unkenntnis über das NKFD, sodass eine sehr ausführliche Darstellung notwendig war.

Aus Anlass des Jahrestages des Hitlerattentats von Graf Stauffenberg am 20. Juli lud mich die bayerische VdN/Bund der Antifaschisten zu einer Vortrogsreise ein. Unter dem Titel "Frontwechsel - Mein Weg vom Wehrmachtsoffizier zur Bewegung »Freies Deutschland«" sprach ich in Augsburg, München und Regensburg vor sehr interessierten Zuhörern sehr ausführlich über die Gründung, Zusammensetzung, Zielsetzung und Tätigkeit des NKFD.

In der bayerischen Landeshauptstadt konnte ich darüber in einem Münchener Lokalsender berichten und an der Veranstaltung am Abend nahm auch eine Journalistin aus Regensburg teil, durch die dann am Tage meines Auftritts in Regensburg in der dortigen »Mittelbayerischen Zeitung« ein großer Bericht über die Münchener Veranstaltung und ein Lebenslauf von mir erschien mit dem Hinweis auf die am gleichen Tage stattfindenden Zusammenkunft. Das überraschte die Veranstalter sehr und sorgte für einen vollen Saal.