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STEFAN DOERNBERG: Zehn Jahre DRAFD:

Eine zukunftsorientierte Geburt

Seit 1992 haben wir es als unsere Pflicht betrachtet, einen meist unterbelichteten oder sogar bewußt verdrängten Frontabschnitt des Widerstandskampfes gegen den staatlich verordneten und praktizierten Terrorismus und Völkermord des NS-Regimes aufzuhellen.

Unterschiedliche Gründe hatten dazu geführt, daß die Teilnahme von Deutschen an der "äußeren" Bekämpfung des deutschen Faschismus weniger Beachtung fand. So erwuchs unserem Verband auch die Aufgabe, mit reichlicher Verspätung nachzuforschen, welcher Platz in der Widerstandsbewegung ihnen gebührt, mit welchen Motivationen und Zielen sie handelten, welche Ergebnisse ihre Aktionen aufwiesen.

Daraus entstand 1995 die Publikation "Im Bunde mit dem Feind. Deutsche auf alliierter Seite". Sie behandelt Aktionen des Widerstands, die sich dadurch auszeichneten, daß sich besonders deutlich patriotische und internationalistische Haltungen miteinander verbanden. Verständlicherweise war die Situation in den jeweiligen Ländern recht unterschiedlich, wurde sie doch von den Zielsetzungen und nationalen Interessen der Staaten beeinflußt, ja geprägt, in denen sich Deutsche, aus welchen Gründen auch immer, in den Jahren des Zweiten Weltkriegs aufhielten.

Zu Beginn des von Deutschland durch das NS-Regime entfesselten Zweiten Weltkriegs befanden sich Zehntausende, wahrscheinlich weit über 100 000 deutsche Staatsbürger als Emigranten in vielen europäischen und anderen Ländern. Manche hatten hier nicht nur Asyl, sondern auch eine neue Heimstatt gefunden. Doch viele strebten eine Rückkehr in ein vom Faschismus befreites Deutschland an. Gerade in den Jahren des Krieges hofften sie zunehmend darauf, dass dies durch ein Zusammenwirken des Freiheitskampfes der Völker der Antihitlerkoalition mit einer inneren Erhebung in Deutschland Wirklichkeit werden könnte. Die Realität bewies aber, daß nur die Armeen der Antihitlerkoalition den Frieden wiederherstellen und die menschliche Zivilisation vor dem drohenden Untergang retten konnten. Eben deshalb traten viele Deutsche als Freiwillige den Streitkräften jener Länder bei, in denen sie Asyl gefunden hatten.