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Verantwortung: Erinnerung wach halten

Der 8. Mai, der Tag der Befreiung mahnt

Der 8. Mai 1945 gehört zu den bekanntesten Daten der Weltgeschichte, besiegelte dieser Tag doch das Ende des »Großdeutschen Reiches« unter Adolf Hitler. Die meisten Menschen waren froh, dass der Krieg mit all seinen Schrecken nach sechs langen Jahren, endlich vorbei war. Der 8. Mai wurde als Befreiung und als Ende des Krieges gefeiert.

Am 8. Mai fand mit der bedingungslosen Kapiulation Hitlerdeutschlands der bis dahin
schrecklichste aller Kriege sein Ende.
Doch seit einigen Jahren wird, vor allem von Vertriebenenverbänden und rechtsgerichteten bis rechtsextremen Organisationen, die Frage nach der Bedeutung des 8. Mai 1945 für die Geschichte wieder neu gestellt. Ist der 8. Mai 1945 nun der Tag, an dem die Menschen vom deutschen Faschismus befreit wurden, oder doch nur der Tag einer deutschen Niederlage.

Mit der Begründung, polnische Nationalisten hätten den deutschen Rundfunksender Gleiwitz angegriffen, überfiel die deutsche Wehrmacht am 1. September Polen. Der vermeintlich polnische Angriff wurde allerdings von der deutschen Führung fingiert, wie sich bald herausstellen sollte. Ein Krieg gegen Polen war also von der deutschen Führung, insbesondere Adolf Hitler, gewollt und langfristig vorbereitet!

Mit Beginn des Krieges kam es zu Kriegsverbrechen nie gekannten Ausmaßes. Die jahrelange Indoktrinierung der Deutschen durch die goebbels'sche Propaganda zeigte hier nun ihre Wirkung. Ohne Rücksicht setzte die Wehrmacht ihr »Blitzkrieg«-Konzept um. Polnische Juden wurden, wie zuvor schon deutsche Juden, systematisch verfolgt, zur Zwangsarbeit verschleppt, ermordet. Nicht viel anders erging es der polnischen Zivilbevölkerung, war doch alles slawische für die Nazis »Untermenschentum«.

Das eigentliche Ziel der nationalsozialistischen Diktatur war die Vernichtung des Kommunismus und die »Eroberung von Lebensraum im Osten«. Das hieß Krieg mit der Sowjetunion. Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlerdeutschland wortbrüchig die Sowjetunion und riss damit die letzten Schranken der Moral und des Völkerrechts nieder. Ausgehend vom »Kommissarbefehl« und anderen »Führererlassen« hieß das im Klartext hemmungslose Kriegsverbrechen, die Ausplünderung ganzer Landstriche, die Taktik der »verbrannten Erde«!

Je länger der Krieg dauerte, desto schlechter wurde die Kriegslage für das »Dritte Reich« und umso grausamer wurden auch die Kriegsverbrechen. Obwohl zu Humanismus und Völkerfreundschaft erzogen, überwucherten auch Hass, Wut und Zorn die Gefühle der Rotarmisten angesichts dessen, was sie sehen und erleben mussten und Ausschreitungen blieben nicht aus, als sie die Grenzen des »Deutschen Reiches« erreichten und überschritten.

Mit den Befreiungen der Konzenterationslager, wie Auschwitz, Majdanek, Mauthausen oder Treblinka, kam das gesamte Ausmaß der Verbrechen des NS-Regimes zum Vorschein! In Deutschland waren es Lager, wie Buchenwald, Ravensbrück, Bergen-Belsen oder Barth in die Menschen verschleppt wurden. Sinti, Roma, Juden, Homosexuelle und Andersdenkende - also alle, die nicht in die »Volksgemeinschaft« der Nazis passten.

Wenn die Mehrheit der Deutschen Hitler und das NS-Regime nicht unterstützt hätte, dann wäre es zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wahrscheinlich gar nicht erst gekommen. Die Länder Europas wären nicht in »verbrannte Erde« verwandelt worden und es hätte den Holocaust an den Juden nicht gegeben! All diese Verbrechen wären nie passiert und die Vertriebenen könnten noch heute in ihrer früheren Heimat leben. Die Vertreibungen in Folge der Verbrechen der deutschen Wehrmacht, der SS und der Gestapo hätte es nicht gegeben, genauso wenig, wie die Vergewaltigung tausender Frauen, nicht nur deutscher. Deutsche Städte, wie Dresden, wären nicht von alliierten Bombern zerstört worden!

Kein Haus wäre zerstört worden, weder auf deutscher, noch auf sowjetischer, noch auf irgendeiner anderen Seite! Millionen Leben wären verschont geblieben!

Dennoch, es gibt keine Kollektivschuld der deutschen Bevölkerung, die kann es gar nicht geben, denn jeder Mensch ist ein Individuum und erlebt die Welt anders und hat andere Möglichkeiten, auf seine Umgebung einzuwirken. Aber eines sei an die gerichtet, die jetzt denken, sie seien damit aus dem Schneider: Eine Kollektivverantwortung, die gibt es durchaus! Und zwar ist es die Verantwortung, die Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit wach zu halten, damit künftige Generationen daraus lernen können und begreifen, dass Hass und Gewalt nur Gegenhass und Gegengewalt hervorrufen!

Nico Burmeister