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Hintergründe

Noel Field entstammte einer angesehenen amerikanischen Quäkerfamilie, wurde jedoch in Europa geboren und wuchs in Zürich auf. Er machte in der Zwischenkriegszeit eine diplomatische Karriere im US-Außenministerium. Als überzeugter Kommunist ließ er sich in dieser Zeit als Informant für die Auslandsaufklärung (INO) des sowjetischen Geheimdienstes NKWD anwerben. Er leitete ab 1941 zusammen mit seiner Frau Herta in Marseille das Unitarian Service Committee (USC). Das USC unterstützte damals antifaschistische Widerstandskämpfer und Flüchtlinge, Spanienkämpfer und andere NS-Verfolgte, die, entweder in Internierungslagern oder in der Illegalität lebend, die Auslieferung an Gestapo und SS zu fürchten hatten. Field nutzte seine Position, um diesem Personenkreis Lebensmittel, Geld, Papiere, medizinische Versorgung und persönliche Informationen zukommen zu lassen.1949 gerieten die Fields ins Visier kommunistischer Geheimdienste. Zwar gilt der Vorwurf der Spionage für die USA als plump konstruiert, aber Noel, seine Frau Herta und sein Bruder Hermann waren als amerikanische Antifaschisten und Kommunisten in das Geflecht der Verfolgung von Kommunisten vor allem in Ungarn, der Tschechoslowakei, Polens und auch der DDR geraten. Sie befanden sich ohne Prozess und Urteil (in Ungarn und Polen) viele Jahre in Haft. In Prozessen gegen Laszlo Rajk in Ungarn, Rudolf Slansky in der CSSR sowie gegen deutsche Kommunisten wurden sie in Abwesenheit als Hauptbelastungs-»Zeugen« missbraucht. Der erwiesenermaßen erfundene Vorwurf lautete, die Fields seien US-amerikanische Geheimagenten gewesen mit dem Auftrag, die kommunistischen Parteien und die volksdemokratischen Machtverhältnisse zu unterwandern. Wer während des Krieges Kontakt mit Field gehabt oder durch ihn Überlebenshilfe erhalten hatte wurde verdächtigt, für den US-Geheimdienst gearbeitet zu haben.