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Zum 65. Jahrestag des Sieges in Moskau

Militärparade, Schauflüge und ein Feuerwerk erinnerten an des Ende des Zweiten Weltkrieges

Eine kleine Vorgeschichte sei mir gestattet: Am 5. Februar dieses Jahres hatte der Minister für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation Sergej V. Lawrow in der russischen Botschaft in Berlin vier deutsche antifaschistische Veteranen – Hanna Podymachina, Stefan Doernberg, Fritz Straube und mich, die in den Reihen der Sowjetarmee gekämpft hatten, die Medaille »65 Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg« sowie die Gedenknadel seines Ministeriums »Für Verdienste in der internationalen Zusammenarbeit« feierlich überreicht. In seiner sehr warmherzigen Ansprache würdigte der Minister die Verdienste der deutschen Antifaschisten, die an der Seite des Sowjetvolkes gesiegt hatten. Wir konnten nicht ahnen, dass zwei Monate später eine weitere sehr angenehme Überraschung auf uns wartete. Am 30 April erhielten wir eine Einladung der Russischen Regierung, an den Feierlichkeiten in Moskau teilzunehmen und an die Siegesparade auf dem Roten Platz am 9. Mai von der Ehrentribüne aus zu verfolgen. Leider war es nur meiner Frau und mir vergönnt vom 7. bis 10. Mai in Moskau zu verweilen, denn Alter und Gesundheit der anderen Geladenen ließen eine Reise leider nicht mehr zu.

In Moskau wurden wir bereits am Flugzeug erwartet und in das Hotel »Goldener Ring« gebracht. Hier trafen wir auf die ausländischen Veteranen buchstäblich aus allen Ländern der Welt, die in den Reihen der Sowjetarmee gekämpft hatten. Unsere Betreuung war so warmherzig und lieb: Auf Schritt und Tritt spürte man die russische Seele! Von den zahlreichen Veranstaltungen seien nur einige genannt: Besuch des Zentralmuseums der Bewaffneten Kräfte und gemeinsames Foto an der Fahne des Sieges. Beeindruckend war die Besichtigung des Zentralmuseums des Großen Vaterländischen Krieges 1941-1945 auf dem Poklonnaja Berg mit seiner dreikantigen hohen Stele auf der die Namen der von den Okkupanten befreiten Städte eingraviert sind. Am späten Nachmittag fand in unserem Hotel ein feierliches Mittagessen statt, das muskialisch vom Ensemble der Bewaffneten Streitkräfte begleitet wurde. Der Höhepunkt unseres Aufenthalts in Moskau war die Militärparade auf dem Roten Platz am 9. Mai, die wir von der Ehrentribühne für die Veteranen verfolgen konnten. Erstmals nahmen an der Parade auch Einheiten der Alliierten im Zweiten Weltkrieg aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Polen teil. Die Parade der russischen Luftstreitkräfte über uns am Himmel war hinreißend.

Anschließend fand im Georgiew-Saal des Kremlpalastes ein feierlicher Empfang des Präsidenten der Russischen Föderation Dimitrij Medwedjew statt. Seine Ansprache an die Genossen Veteranen ging ans Herz! Am Abend konnten wir von der Plattform im Turm unseres Hotels die Feuerwerke am Moskauer Himmel bestaunen. Ganz Moskau war auf den Beinen und feierte den 65. Jahrestag des Sieges über den Faschismus im Großen Vaterländischen Krieg.

Moritz Mebel